Stiftung PHÄNOMENTA Lüdenscheid

Pferdeschwanz

Lfdn Nr 118Welche Farbe siehst du?
Hebe den „Pferdeschwanz“ hoch!
Was hat sich verändert?

WORUM GEHT ES?
Selbst der Malermeister, der das Brett in zwei verschiedenen Grautönen gestrichen hat, konnte es kaum glauben: Mit dem „Pferdeschwanz“ dazwischen verschwindet der farbliche Unterschied … Es ist wirklich erstaunlich: Zwei Flächen, mit zwei verschiedenen Grautönen gestrichen, stoßen auf einer Wand gegeneinander. Deutlich ist ein Helligkeitskontrast zwischen ihnen zu erkennen. Hängt man hingegen ein dickes Tau (den „Pferdeschwanz“) über diesen Stoß, mischt das Gehirn diese verschiedenen Grautöne zu einem einheitlichen Ton. Man hat den Eindruck, vor einer einheitlich grauen Fläche zu stehen.

WESHALB IST DAS SO?
Betrachtet man eine weiße Wand, nimmt der Mensch normalerweise geringe Unregelmäßigkeiten durch Beleuchtung oder gräuliche Flecken nicht wahr. Stattdessen fügt das Gehirn diese Unterschiede zu einer einheitlichen Farbe zusammen. Vergleichbares passiert mit Hilfe des „Pferdeschwanzes“: Verdeckt das Tau die deutlich sichtbare Grenze zwischen den beiden verschiedenen Grautönen, mischt das Gehirn sie zu einem scheinbar einheitlichen Grau. Den Kontrast erkennt man erst wieder beim Anheben des Seils.

Die beschriebene Vereinheitlichung der Grautöne im Gehirn wird ohne das Tau durch eine Funktion der Augennetzhaut verhindert, die man laterale Hemmung nennt. Sie sorgt dafür, dass Nachbarbereiche optisch angeregter Zellen weniger empfindlich auf Lichtreize reagieren, d.h. die Nachbarschaft von hellen Bereichen wird dunkler erfasst, als sie in Wirklichkeit ist. Andersherum reagieren Zellen neben schwächer ausgeleuchteten Netzhautregionen intensiver auf optische Reize, d.h. sie werden heller dargestellt, als sie wirklich sind. Dadurch wird der Kontrast zwischen dem helleren und dem dunkleren Grauton verstärkt und der Unterschied zwischen den beiden Farben noch deutlicher.

Alltagsbezug
Die Fähigkeit unserer Augen zur Kontrastverstärkung kann lebensrettend sein, wenn man dadurch im Dschungel die leicht unterschiedlichen Grüntöne von Blattwerk und Giftschlange unterscheiden kann!

Und noch etwas kann man von diesem Experiment lernen: Will man bei einem Oldtimer leichte Farbunterschiede zwischen altem Lack und neu lackierten Flächen verbergen, bringt man statt „Pferdeschwanz“ eine Zierleiste an: Der Kontrast ist für den Betrachter verschwunden.

Termine

23. September 2017
Physik in Hollywood
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27. September 2017
Fachtag Grundschule
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Bitte beachten!

Wegen einer Veranstaltung ist das Phänorama am 09.09.2017 bis 14 Uhr nicht zugänglich.

Am 12.10.2017 findet eine ganztätige Veranstaltung in der PHÄNOMENTA statt. Das Phänorama sowie die Bereiche „Von Strahlen und Spiegeln“ und „Farbforschen“ sind an diesem Tag nicht zugänglich! Einige Exponate aus diesen Bereichen sind aber an anderer Stelle im Haus zu finden.

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